“Kunst wirkt oft leicht, aber dahinter steckt harte Arbeit”
Fünf Fragen an François Leleux anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläum
Wie blicken Sie auf Ihr erstes Jahr als künstlerischer Leiter der KAP zurück?
Diese erste Saison mit meiner geliebten KAP hat all ihre Versprechen gehalten. Das Orchester ist voller Engagement und zeigt mir gegenüber auch eine gesunde “Résistance”. Wir sind alle gleichberechtigte Akteur*innen, planen und besprechen unsere Projekte gemeinsam und verfolgen das Ziel, das Beste für Potsdam zu gestalten. Das Orchester ist in seiner Vielfalt und Qualität ein Vorreiter, und ich bin sehr dankbar für diese Zusammenarbeit.
Und wie hat dieses Jahr Ihr Blick auf das Potsdamer Publikum verändert?
Das Publikum in Potsdam ist unglaublich treu, sehr unterstützend und wahnsinnig begeistert. Vor meinem Antritt habe ich gesagt, dass die KAP ein Juwel für Potsdam ist. Jetzt habe ich feststellen dürfen, dass auch andersherum das Potsdamer Publikum ein großes Geschenk für die KAP ist. Diese Begeisterung motiviert und inspiriert unsere Arbeit.
Wenn Sie an die Jubiläumssaison denken, welche Höhepunkte liegen Ihnen besonders am Herzen?
Es ist unglaublich schwer, hier ein Projekt herauszustellen. Wir arbeiten wieder mit großartigen Solist*innen wie Lisa Batiashvili, Emanuel Pahud, Rolando Villazón und Maximilian Hornung zusammen – oder anders gesagt: Ich freue mich auf Weltklasse-Solist*innen, die gemeinsam mit einem Weltklasse-Orchester spielen dürfen. (lacht)
Im Grunde freue ich mich auf die innovativen Ideen und die Vielfalt des Repertoires. Das fängt bei unserer Parade am 26. August an. Es ist wichtig, dass Kunst, die selbstverständlich für alle da ist, auch von allen wahrgenommen wird. Und dafür müssen wir zu den Menschen gehen, uns vorstellen und die Stadt mitreißen.
Die Saison steht unter dem Motto Résistance. Was verbinden sie persönlich mit dieser Setzung?
Kunst wirkt oft leicht, aber dahinter stecken harte Arbeit, Fleiß und Durchhaltevermögen. Sei es beim Komponieren einer Sinfonie, beim Gestalten eines Konzerts oder auch in der Gründungsgeschichte der KAP: Am Ende steht eine große Freiheit. Aber diese Freiheit ist nicht gegeben – sie muss erarbeitet, behauptet und konsequent weitergetragen werden. Wir leben in Zeiten, in denen Freiheit, Kunst und Vielfalt nicht mehr selbstverständlich sind. Dieses Arbeiten und Wirken ist ein Wunder. Mit der Jubiläumssaison wollen wir dieses Wunder sichtbar machen und die Gesellschaft dazu einladen, diese Freiheit mitzuerleben.
Abschließend, was wollen Sie dem Orchester anlässlich des Jubiläums mit auf den Weg geben?
Liebe KAP, ich bin überglücklich, das 25-jährige Jubiläum nicht nur mitzuerleben, sondern auch mitgestalten zu dürfen. Mehr noch: Ich bin nicht nur glücklich, sondern sehr stolz auf euch.