Matthias Leupold
Violine
Zum Geigenspiel kam Matthias Leupold im Alter von fünf Jahren. Inspiriert wurde er von seinem Nachbarn, einem Geigenlehrer, dem er durch die Wand beim Spielen zuhörte. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Berlin, wo er 1982 sein Studium an der HdK (heute UdK) aufnahm, das er mit der Konzertreifeprüfung (Note: sehr gut) abschloss. Während seines Studiums spielte er u. a. im Deutschen Symphonie-Orchester und im Orchester der Deutschen Oper Berlin.
Seine Begeisterung für zeitgenössische Musik führte zur Gründung des modern art ensemble und des AsianArt Ensemble, mit denen er viele Konzerte und Uraufführungen realisierte und mehrere CDs einspielte. In den 1990er Jahren wurde er Mitglied des Ensemble Oriol Berlin und war 2001 Gründungsmitglied der Kammerakademie Potsdam.
Als Solist hat Matthias Leupold zahlreiche Werke uraufgeführt. Seine Leidenschaft für den Tango Argentino führte zur Gründung des Tango Real Quartetts, mit dem er u. a. in Argentinien, Uruguay und Portugal gastierte.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Musikvermittlung: Im Rahmen seiner Tätigkeit bei der KAP entwickelt er zahlreiche Kinderkonzerte und Workshops für Schulen und Kitas.
3 Fragen an ... Matthias Leupold
Gibt es ein Werk, das dich besonders geprägt hat?
Als ich etwa zehn Jahre alt war, entdeckte ich im Wohnzimmer eine alte Schallplatte aus dem Jahr 1978: das Violinkonzert von Aram Chatschaturjan in einer Aufnahme mit David Oistrach. Diese Platte habe ich ununterbrochen gehört. Interessanterweise habe ich das Stück selbst nie geübt – vielleicht sollte ich es auf meine “alten Tage” einmal für mich spielen?
Welche Tipps hast du für Nachwuchsmusiker*innen?
Vergesst, dass ihr “Kunstmusik” macht – es gibt keine Regeln! Spielt Musik so, wie ihr sie selbst komponiert hättet, und wie ihr sie gerne hören würdet. Schubst die Denkmäler des Bildungsbürgertums um und spielt als authentische Menschen – so, als entstünde die Musik in diesem Moment mit euch neu. Bewahrt euch das Spielerische, damit es allen Freude bereitet. Nur eines sollte es nie sein: langweilig! Es heißt nicht umsonst, Geige zu “spielen”.
Was ist das Besondere daran, Orchestermusiker bei der KAP zu sein?
Bei der KAP gibt es in den Streichern keine festgelegte Sitzordnung im Tutti: Wir sitzen mal vorne, mal hinten und wechseln zwischen erster und zweiter Geige. Das hält uns flexibel – und diese Flexibilität ist entscheidend, um in kleinen Gruppen homogen zu klingen. Wenn wir nicht synchron sind, hört das Publikum das sofort.