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Kap Orchesterbild 2021 A5 Mit Dirigent C Beate Watzel

Gespräch mit Trevor Pinnock und Frederic Wake-Walker über die Potsdamer Winteroper 2019

12. November 2019

Die Proben zur Potsdamer Winteroper 2019 sind schon voll im Gange. Vom 22. bis 30. November verwandeln wir die Friedenskirche wieder in einen musiktheatralen Raum, in dem wir an sechs Abenden ein Musikerlebnis von besonderer Intensität erfahren.

Lazarus ∞ Lonely Child

Die diesjährige Winteroper verbindet das religiöse Drama „Lazarus“ von Franz Schubert mit der Solo-Kantate „Lonely Child“ von Claude Vivier zu einem immersiven Musiktheater. Die biblische Geschichte von der Auferweckung des Lazarus steht im Evangelium des Johannes. Schubert griff auf das dreiaktige Libretto „Lazarus oder Die Feier der Auferstehung“ des Hallenser Theologen August Hermann Niemeyer zurück. Schuberts Lazarus stirbt im christlichen Glauben an ewiges Leben und an die Auferstehung. Während des feierlichen Begräbnisses bricht Schuberts Komposition, die er als Fragment hinterließ, plötzlich ab … Unmittelbar danach setzt in der Inszenierung der Winteroper Viviers Komposition (entstanden 1980) ein.

Der musikalische Leiter, Trevor Pinnock, ist ein langjähriger künstlerischer Partner der KAP. Die Aufführung von Schuberts „Lazarus“ war ein lang gehegter Wunsch des Maestros. Hier stellt er das Werk im Kontext seiner Entstehung vor:

Der in Berlin lebende Regisseur Frederic Wake-Walker, der bereits erfolgreich an renommierten Opernhäusern wie Glyndebourne, Straßburg und der Mailander Scala arbeitete, sieht in dem offenen Ende von „Lazarus“ eine Chance. Gemeinsam mit der Solistin Johanna Winkel sprechen sie über Claude Viviers „Lonely Child“:

Solisten

Die hochkarätige Sängerbesetzung wird angeführt von Toby Spence in der Titelpartie des Lazarus. Der weltweit gefragte Tenor, der mit Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, Sir Simon Rattle, Valery Gergiev und Sir Roger Norrington zusammenarbeitete, erhielt 2011 den Singer of the Year Award der Royal Philharmonic Society. Bei den Salzburger Festspielen war Toby Spence erstmals 1996 in Mozarts c-Moll-Messe zu hören.

Die Doppelrolle Martha / Lonely Child wird von Johanna Winkel gestaltet. Die Sopranistin bewies sich zunächst in der historischen Aufführungspraxis barocker Musik und erweiterte ihr Repertoire stetig hin zur Romantik und Moderne. Zu ihren preisgekrönten Einspielungen gehören die Gesamtaufnahme der Lutherkantaten von Johann Sebastian Bach unter der Leitung von Christoph Spering (Echo 2017) sowie die 2018 erschienene „Missa Solemnis“ von Anton Bruckner mit dem RIAS Kammerchor Berlin und der Akademie für Alte Musik unter der Leitung von Łukasz Borowicz (Diapason d’Or).

Dorota Szczepańska bekleidet die Rolle der Maria. Die in Polen geborene Sopranistin brillierte 2018 in Hannover als Semele in Händels gleichnamiger Oper unter der Leitung von Howard Aman. 2016 war sie als Tamiri in Vincis „Semiramide riconosciuta“ (Royal Baroque Ensemble) im Royal Theater – Old Orangery beim II Baroque Opera Festival Dramma per Musica in Warschau und als Segimiro in Hasses „Arminio“ (Orkiestra Historyczna) in Prag zu erleben. Vespetta sang sie in Telemanns „Pimpinone“ beim Telemann Festival.
In weiteren Rollen sind Lauryna Bendžiūnaitė als Jemina (Sopran), Angelo Pollak als Nathanael (Tenor) sowie Ashley Riches als Simon (Bass) zu hören.

 

Weitere Infos www.potsdamerwinteroper.de